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Fränkischer Theatersommer

Don Juan bezirzt Schloss Unteraufseß

Am Freitag, den 26. Juni um 20:00 präsentieren wir die berühmte Molière-Komödie „Don Juan“ auf Schloss Unteraufseß!

 

Der Vorverkauf läuft über das Rathaus Aufseß (09198 / 998881).

Als Vorgeschmack hier die positive Pressekritik der letzten Aufführung:

Von Leidenschaft und Lüge

Der Fränkische Theatersommer präsentiert in Wernstein „Don ]uan“. Zu sehen ist eine kurzweilige und pfiffige Aufführung des bekannten Werkes.

 

Wemstein – Das Ambiente ist dem Thema wunderbar angepasst, das idyllische Schloss Wemstein als Hintergrund bildet die ideale Kulisse für die Aufführung „Don ]uan – seine Liebesabenteuer und Träume“ des Fränkischen Theatersommers am Samstagabend. ]an Burdinski, verantwortlich für Regie und Bearbeitung, ist eine amüsante und bewegte Fassung des Werkes gelungen, von dem es zahlreiche Versionen diverser Autoren gibt. Burdinski hat sich als literarische Vorlage die von Molière gewählt. Als aufmüpfiger und durchaus auch schelmischer Diener Sganarell überzeugt er dabei auch als Schauspieler, gibt dem von Marc Borchert gespielten Frauenhelden stets Widerworte und scheut auch vor Moralpredigten nicht zurück. Mit seiner schnörkel- wie rücksichtslosen, dabei nonchalanten Arroganz verkörpert Mare Borchert Don ]uan, apologisiert und manifestiert seine permanente Jagd nach dem anderen Geschlecht in seichten Floskeln wie „Beständigkeit ist nur für kleine Geister gut“ oder „Das ganze Vergnügen der Liebe besteht in der Abwechslung“, versteht es dabei dennoch, irgendwie sympathisch herüberzukommen. „Das Schöne der Leidenschaft“ ist für ihn vorbei in einer festen Beziehung, schöngeistig umschreibt er seine ständige Begierde nach neuen Eroberungen in Euphemismen wie der, nach der er ein Herz besitzt, das den ganzen Planeten zu lieben vermag. Um zu seinem Ziel zu gelangen und eine Frau zu verführen, heiratet er hier und dort, wenn es denn sein muss- sein Jagdgebiet erstreckt sich auf verschiedene Länder Europas. Akribisch führt sein Diener Sganarell einerseits Buch über die genaue Zahl von Don Juans Eroberungen, andererseits kann er nicht umhin, ihm ständig ins Gewissen zu reden und ihm seinen liederlichen Lebenswandel vorzuwerfen. Dabei präsentiert er sich als Meister der Rhetorik, versteht es, seine Worte in geschliffener Eloquenz einzusetzen. Leidenschaftlich frönt er selbst dabei dem Schnupftabakgenuss, bietet dem Publikum in den vorderen Reihen auch immer eine Prise an. Ist die Verführung der Frauen den reichen Herren wie Don Juan vorbehalten, so ist der Tabak etwas für die keinen Leute wie ihn. Don Juan wiederum findet an seinem Verhalten nichts auszusetzen, verteidigt sein Vorgehen, bei denen er alle möglichen Tricks anwendet und auch den beiden Bauernmädchen Charlotte (Bettina Wagner) und Mathurine (Cli:uissa Hopfensitz) das Blaue vom Himmel herunterlügt, um sie herumzubekommen. Diese glauben seine Beteuerungen zunächst vorbehaltlos, machen sich gegenseitig Vorhaltungen und schrecken auch nicht vor Handgreiflichkeiten gegeneinander zurück – sie werden von Sganarell dann aber über die wahren, unlauteren Absichten seines Herrn aufgeklärt. Die Verführung von Donna Elvira (Heidi Lehnert), die er anschließend ebenso verließ wie alle anderen Frauen, bereitet Don Juan einige Probleme, will doch ihr Bruder Don Carlos (Benjamin Bochmann) die Ehre der Familie wieder herstellen und verfolgt ihn mit mehreren Männern. Das selbstgefällige, herablassende und verlogene Wesen von Don Juan macht auch nicht vor einem Bettler und nicht mal vor seinem eigenen Vater (beide von Stephan Bach gespielt) halt. Doch in Alpträumen suchen ihn die Menschen, denen er übel mitgespielt hat, heim. Das Stück lebt vor allem vom geistreichen und amüsanten Disput zwischen Don Juan und Sganarell, in dem der Diener seinen Herrn immer wieder mit feinen Wortspielereien beharkt, die Anlass zum Schmunzeln geben oder auch die Besucher lauthals loslachen lässt, wenn Sganarell beispielsweise sagt: „Wenn ich in euer Herz schauen könnte, mir schmeckte 14 Tage kein Essen und Trinken mehr!“ Was man ihm auch nicht so leicht abnimmt, macht er doch nicht gerade den Eindruck, irgendwelchen Gaumenfreuden abhold zu sein. Mit dem Stück ist der Landesbühne Oberfranken des Fränkischen Theatersommers eine kurzweilige, interessante und pfiffige Aufführung gelungen. (Von Rainer Unger; Frankenpost 16.6.2015)

 

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