Fränkischer Theatersommer

Pressekritik: „Hommage an die Liebe“

Hommage an die Liebe

„Wenn wir über Schatten tanzen“ in der Kulturscheune Knorr

Der Vergleich mit Ginger Rogers und Fred Astaire, den der Ankündigungstext aufdrängt, ist so abwegig nicht: Das Bühnenpaar Michaela Duhme und Alexander von Hugo macht in seiner Revue „Wenn wir über Schatten tanzen“ eine umwerfende Figur als Schauspieler, Tänzer und Sänger.


Mehr als nur eine süß-nostalgische Nummernshow ist diese Produktion des Fränkischen Theatersommers. Die beiden haben selbst Regie geführt, die Choreografien entwickelt und in langen Gesprächen in Altersheimen die Motive des Stücks recherchiert und erarbeitet.

Die Zeitzeugen sind in der Aufführung in der Mannhofer Kulturscheune Knorr immer wieder präsent: Zur Collage aus Tanz, Schauspiel, Rezitationen und alten Schlagern gehören auch viele Schnipsel von Tonaufnahmen der Gespräche. „Wir wollten einer Generation die Hand reichen, die den Krieg und die Nachkriegszeit erlebt hat. Die Frage ist auch, was wir als Jüngere davon noch mit uns herumtragen“, sagt Alexander von Hugo, der aus Wuppertal stammt und in Berlin lebt. Die Lebensweisheiten und Geschichten von über 90-Jährigen haben ihn und Duhme beeindruckt und inspiriert, eine „Hommage an die Liebe und das Leben“ zu machen.

Auf der Bühne der Scheune stehen nur ein Tisch, zwei Stühle und ein großes, altes Röhrenradio, aus dem je nach Sender O-Töne, Voice-over oder Musik kommen. Mühelos wechseln Duhme und von Hugo Gangart und Genre, die Nummern fließen trotz der Brüche stimmig ineinander über: swingender Stepptanz, eine Tanzstunde mit heißem Tango und Modetänze aus den Fünfzigern, die kein bisschen weniger albern als die heutigen sind, schmissige und wehmütige Schlager, Todtrauriges – wie Kästners „Sachliche Romanze“ und Wolfgang Borcherts „Das Brot“ – gespielte Szenen. Und obwohl das Leben und die Liebe gut gefeiert werden, schwingt in allem etwas Wehmut.

Vor allem aber ist „Wenn wir über Schatten tanzen“ eine äußerst kurzweilige,. prall gefüllte und bunte Show, die keine Angst vor großen Gefühlen hat, aber die Kitsch-Grenze nie überschreitet.

Von Peter Kunz

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